Aktualisiert: Juli 2026. Preise auf den offiziellen Websites geprüft.
Selbstständig oder freiberuflich in Deutschland zu sein bedeutet 2026 mehr als nur Rechnungen in einer Tabelle zu notieren. Mit der schrittweisen Einführung der E-Rechnungs-Pflicht 2025-2027, der neuen Kleinunternehmergrenze und der laufenden Umsatzsteuervoranmeldung kann die richtige Software mehrere Stunden pro Monat sparen und teure Fehler beim Finanzamt vermeiden.
Anders als Kapitalgesellschaften sind die meisten Freiberufler und Kleinunternehmer nicht zur doppelten Buchführung verpflichtet — eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) reicht rechtlich aus. In der Praxis automatisiert eine gute Software trotzdem die Rechnungsstellung, bereitet die EÜR vor und macht Sie fit für die kommende E-Rechnungspflicht.
In diesem Vergleich analysieren wir die wichtigsten Tools des deutschen Marktes, die speziell für Freiberufler und Selbstständige entwickelt wurden: reale Preise, Umgang mit der Kleinunternehmerregelung und Vorbereitung auf die E-Rechnungs-Reform.
| Software | Preis/Monat | E-Rechnung | EÜR-Export | DATEV-Export | Bewertung | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Lexoffice | Ab 7,90 € | ✅ Bereit | ✅ | ✅ | ★★★★★ 4.6/5 | Lexoffice ansehen → |
| sevDesk | Ab 9,90 € | ✅ Bereit | ✅ | ✅ | ★★★★★ 4.6/5 | sevDesk ansehen → |
| FastBill | Ab 8 € | ✅ Bereit | ✅ | ✅ | ★★★★☆ 4.4/5 | FastBill ansehen → |
| WISO MeinBüro | Ab 8,90 € | ✅ Bereit | ✅ | ✅ | ★★★★☆ 4.4/5 | WISO MeinBüro ansehen → |
| sorted | Ab 9 € | ✅ Bereit | ✅ | ✅ | ★★★★☆ 4.3/5 | sorted ansehen → |
Lexoffice (von Lexware/Haufe Group) ist die bekannteste Buchhaltungssoftware für Selbstständige und Freiberufler in Deutschland. Die Oberfläche ist bewusst einfach gehalten, sodass auch ohne Buchhaltungskenntnisse Rechnungen, Belege und die EÜR-Vorbereitung erledigt werden können. Der Einstiegsplan (ab 7,90 €/Monat) deckt Rechnungsstellung und Belegerfassung ab.
Besonders stark ist die Banking-Anbindung mit automatischem Kontoabgleich und die nahtlose Weitergabe der Daten an den Steuerberater über DATEV-Schnittstellen. Lexoffice ist bereits vollständig auf die E-Rechnungspflicht vorbereitet.
Ideal für: Freiberufler und Kleinunternehmer, die eine einfache, bekannte Lösung ohne Vorkenntnisse suchen.
Lexoffice testen →
sevDesk bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für Selbstständige, die neben der reinen Rechnungsstellung auch eine vorbereitende Buchhaltung mit Belegerkennung per Foto-Scan wollen. Der Einstiegspreis (ab 9,90 €/Monat) liegt leicht über Lexoffice, dafür ist die automatische Belegerkennung per KI ausgereifter.
sevDesk richtet sich stärker an Selbstständige, die perspektivisch wachsen und irgendwann eine vollständige Finanzbuchhaltung benötigen könnten, da die höheren Tarife auch doppelte Buchführung unterstützen.
Ideal für: Selbstständige, die wachsen und langfristig mehr als reine EÜR-Buchhaltung brauchen könnten.
sevDesk ansehen →FastBill ist besonders stark bei wiederkehrenden Rechnungen und Abo-Modellen, was es für Selbstständige mit Retainer-Kunden oder digitalen Produkten interessant macht. Der Einstiegspreis (ab 8 €/Monat) bietet Rechnungsstellung, automatische Mahnungen und Angebote.
Ein Alleinstellungsmerkmal ist die enge Verzahnung mit Zahlungsanbietern für automatisiertes Abo-Billing, was bei klassischen Buchhaltungstools oft fehlt.
Ideal für: Selbstständige mit Abo- oder Retainer-Geschäftsmodell und wiederkehrenden Rechnungen.
FastBill ansehen →WISO MeinBüro (Buhl Data Service) ist die Wahl für Selbstständige, die zusätzlich zur Buchhaltung auch Warenwirtschaft und Lagerverwaltung benötigen, etwa bei einem Online-Shop nebenher. Der Einstiegspreis liegt bei etwa 8,90 €/Monat.
Der Funktionsumfang ist breiter als bei reinen Rechnungstools, dafür wirkt die Oberfläche etwas weniger modern als bei Lexoffice oder sevDesk. Für wer Warenbestand verwalten muss, ist es aber oft die praktischste Lösung.
Ideal für: Selbstständige mit Warenverkauf, die Buchhaltung und Lagerverwaltung kombinieren wollen.
WISO MeinBüro ansehen →sorted positioniert sich als moderne, mobile-first Alternative für Freiberufler, die vor allem unterwegs Belege erfassen und Rechnungen stellen wollen. Der Preis (ab 9 €/Monat) ist wettbewerbsfähig, die App-Erfahrung gehört zu den saubersten im Vergleich.
Für Selbstständige, die selten am Schreibtisch arbeiten und ihre Buchhaltung hauptsächlich vom Smartphone aus erledigen wollen, ist sorted eine der komfortabelsten Optionen.
Ideal für: mobile Freiberufler, die Belege und Rechnungen hauptsächlich per Smartphone verwalten.
sorted ansehen →
Seit 2025 gelten neue, feste Umsatzgrenzen für die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG: 25.000 € Umsatz im Vorjahr und 100.000 € im laufenden Kalenderjahr. Diese Werte sind unverändert auch für 2026 gültig und ersetzen die früheren Grenzen von 22.000 € und 50.000 €.
Wichtig: Die 100.000-Euro-Grenze ist keine Prognoseentscheidung mehr, sondern eine feste Grenze. Wird sie im laufenden Jahr überschritten, ist bereits der Umsatz, mit dem die Grenze überschritten wurde, umsatzsteuerpflichtig — nicht erst der Umsatz ab dem Folgejahr. Alle Tools in diesem Vergleich zeigen eine Warnung an, wenn Sie sich der Grenze nähern.
Für weitere SaaS-Tools zur Unternehmensführung siehe auch unseren Vergleich beste Projektmanagement-Software und bestes CRM für KMU.
Die E-Rechnungs-Pflicht wird stufenweise eingeführt. Kleinunternehmer nach § 19 UStG sind dauerhaft davon befreit, E-Rechnungen auszustellen — Papier- oder PDF-Rechnungen bleiben erlaubt. Seit dem 1. Januar 2025 müssen sie jedoch technisch in der Lage sein, E-Rechnungen von Lieferanten zu empfangen und zu verarbeiten.
Für Selbstständige und Freiberufler oberhalb der Kleinunternehmergrenze gilt: Unternehmen mit mehr als 800.000 € Jahresumsatz mussten bereits ab dem 1. Januar 2026 strukturierte E-Rechnungen ausstellen. Für alle übrigen Unternehmen läuft die Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2027, ab dem die Ausstellung verpflichtend wird.
Unser Rat: Auch wenn Sie als Kleinunternehmer von der Ausstellungspflicht befreit sind, lohnt sich die frühzeitige Umstellung auf ein E-Rechnungs-fähiges Tool, um Zeit zu sparen, sobald Kunden oder Behörden E-Rechnungen verlangen.
Im Zweifel lohnt sich ein 14-tägiger Test von Lexoffice oder sevDesk mit echten Rechnungen aus dem laufenden Monat. Wer sich der Kleinunternehmergrenze nähert oder unsicher bei der Umsatzsteuer ist, sollte parallel einen Steuerberater über den DATEV-Export einbinden.
Für die meisten Freiberufler und Selbstständigen bietet Lexoffice (ab 7,90 €/Monat) die beste Kombination aus Einfachheit, Bank-Anbindung und Steuerberater-Kompatibilität. Wer perspektivisch wächst und mehr Automatisierung braucht, findet in sevDesk die skalierbarere Alternative.